1619 - 1640

Die Wirren des Dreißigjährigen Krieges führten zum Niedergang der Innung; nur noch 8 Goldschmiede waren verzeichnet.

1640 - 1688

Regierungszeit des Großen Kurfürsten. Wiederbelebung des Handwerks und der Werkstätten; die ersten Hofgoldschmiede werden ernannt. Ewald Raupe II, Bernhard Wiedemann, Andreas Mollin, Ludwig Barat sowie Daniel Männlich, der 1671 Oberaltmeister der Zunft ist.

1685

Auf ein Angebot des Großen Kurfürsten kommen 20 000 französische Protestanten nach Berlin. Statt der befürchteten Konkurrenz führt dies zu Aufschwung und Bereicherung des gesamten Kulturlebens der Stadt. Holländische Einwanderer bauen die Friedrichsgracht.

1689

Eberhard Quippe fertigt den Nautilusbecher, eines der schönsten Stücke im Dresdner "Grünen Gewölbe".

1700

In der Stadt arbeiten 42 französische Goldschmiede. Die "Refugies" gründen eine eigene Innung.

1713

Zusammenlegung der beiden Innungen. Von da an gab es je einen deutschen und einen französischen Obermeister.

1735

Gründung einer Fertigung für Galanteriewaren (preiswerter Schmuck). Friedrich II. holt französische Spezialisten nach Berlin. Diese werden in die Innung aufgenommen, müssen aber entsprechende Meisterstücke ablegen. Ihre Techniken und künstlerischen Fähigkeiten verfeinern sich und gehen in der alten Goldschmiederei auf. Wieder ein Anstieg handwerklicher Qualität. (‚Gründung der Porzellanmanufaktur').
Einführung von "Eignungsprüfungen" und Prüfung nach beendeter Lehrzeit. Zur Prüfung wird nur zugelassen, wer lesen und schreiben kann!! Jedem Lehrling wird ferner auferlegt, sich "von Lastern und Spielen fernzuhalten, ehrlich zu sein und seinem Meister treu und fleißig zu dienen". Innung übernimmt soziale Aufgaben: Gemeinschaftssinn fördern, soziales Denken fördern, Einrichtung von Kassen zur Unterstützung für Kranke und Verarmte.

Beispiel 1. November 1555:

".....jeglicher Meister alle 4 Wochen einen halben Silbergroschen in die Büchse

einlegen soll, desgleichen der Geselle das halbe Teil".

1735 - 1764

Friedrich Wilhelm I. zwingt zum Bau eines Gewerkshauses in der Friedrichstadt; dies ist mit großer Darlehensbelastung für die Innung verbunden. Das Haus steht bis 1846.

Friedrich Wilhelm I. erteilt umfangreiche Aufträge an die Goldschmiede Christian Lieberkühn d.Ä. und Christian Lieberkühn d.J. (Silberbalkon für 90.000 Thaler; goldenes Tafelservice für "126.736 gute Thaler"). Im Jahr 1744 läßt Friedrich II. den Silberbalkon einschmelzen und durch eine Holzkopie ersetzen (Kriege kosten Geld).

Ca. 1740

Wirtschaftlich schlechte Zeiten, Goldschmiede klagen gegen Schwertfeger und Gürtler; sie führen Gold- und Silberarbeiten aus. Herabsetzung der "Accisegelder" wird abgelehnt, die anderen Beeinträchtigungen werden auf Anweisung der Königs behoben.

1748

103 Innungsmitglieder; 67 deutsche und 36 französische.

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